Basketball

Basketball"Basketball hätte für Rollstuhlfahrer erfunden werden müssen, wenn es nicht bereits diese Spielform für die Nichtbehinderten gegeben hätte." Dieser Ausspruch belegt, wie gut dieses Mannschaftsspiel als Sport für Menschen im Rollstuhl geeignet ist. Körperbeherrschung, Gleichgewichtsgefühl, Technik, körperliche und physische Belastungsfähigkeit stehen beim Basketball im Vordergrund. Das alles sind Fähigkeiten, die dem Rollstuhlfahrer auch im Alltag zugute kommen.

Rollstuhlbasketball ist an die Regeln des Fußgänger-Basketballs angelehnt, jedoch sind einige Regeln abgewandelt, um die Chancengleichheit, den Spielfluss, die Beteiligung aller Behinderten und die Vielfalt von Spielaktionen zu ermöglichen: Eine wichtige Ergänzung sind die Klassifizierungsregeln, um allen Spielern, unabhängig vom Ausmaß ihrer Körperbehinderung, die Teilnahme am Basketballspiel zu ermöglichen.

In der Gründerzeit wurde Basketball immer samstags in Koblenz im Evang. Stift trainiert, bei schlechtem Wetter in einem kleinen Übungsraum, bei schönem Wetter auf dem Freiplatz. Das Training war für alle Mitglieder offen. Die Fortgeschrittenen trainierten außerdem mittwochs in einer Halle in Düngenheim in der Eifel. Trainiert und gespielt wurde zu der Zeit in den Alltags-rollstühlen, deren Fußrasten jedoch nicht höher als auf 11,5 cm eingestellt sein durften, um Verletzungen zu vermeiden.

In den 80er Jahren kam zum Samstagstraining im Stift noch das Training in der kleinen Halle im Schulzentrum auf der Karthause hinzu. Unsere 1. Mannschaft spielte zu der Zeit schon in der 1. Bundesliga. Damals durften nur Spieler mit einer Behinderung Basketball spielen. Die Punkteregelung sollte für eine gerechte Einteilung in Klassen sorgen. Zu dieser Zeit gab es Spieler mit Punkten zwischen 1,0 und 4,0 Punkten in Steigerungen von 0,5 Punkten. Gespielt wurde mit 5 Spielern, die zusammen nicht mehr als 13,5 Punkte haben durften. Abweichungen zu den Regeln des "Fußgängerbasketball" gab es nur im Bereich des Dribblings: Nach zwei Mal ziehen muss gedribbelt, gepasst oder geworfen werden. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Im Laufe der Zeit hat sich das Basketballspiel stark gewandelt. Noch in den 80er Jahren ging die Entwicklung der Rollstühle rasant voran. Es ging weg vom Alltagsstuhl, hin zu speziellen Basketballrollstühlen, die nicht mehr faltbar waren, sondern eine Starrachse hatten. Die Wendigkeit und Schnelligkeit der Spieler verbesserten sich dadurch enorm. Basketball im Rollstuhl gewann an Dynamik und Schnelligkeit.

BasketballIn den 90er Jahren kam es zu weiteren Regelanpassungen. Um das Herausfallen nach hinten zu verhindern, wurden den Basketballsportrollstühlen Stützrollen verpasst. Dies unterstützte das Spiel der Center oder höher punktwertiger Spieler. Sie konnten sich beim Wurf weiter nach hinten legen und gegen sie war dann noch schwerer zu verteidigen. Ohne guten Center mit möglichst wenig Einschränkungen war eine Mannschaft jetzt nicht mehr konkurrenzfähig. Das führte national im Rollstuhlbasketball dazu, dass nun auch Nichtbehinderte eingesetzt werden durften. Die Punkteregelung wurde angepasst. Sie ging nun von 1,0 bis 4,5 Punkten. Nichtbehinderte bekamen immer 4,5 Punkte, behinderte Spieler wurden durch eine Klassifizierungskommission eingestuft. Eine Mannschaft durfte zu der Zeit jedoch nur 14 Punkte gleichzeitig auf dem Spielfeld haben.

Dies änderte sich dann Anfang 2000. Die Mannschaft (5 Spieler) konnten jetzt mit 14,5 Punkten spielen. Frauen, die in Männermannschaften mitspielen wollten, bekamen zusätzlich 1,5 Bonuspunkte, um die die Mannschaftspunkte erhöht werden konnten. Durch diese Regelung sollten die körperlichen Nachteile der Frauen ausgeglichen werden. Dies und andere Veränderungen haben auch Basketball in Koblenz verändert. Wie in anderen Sportarten auch spielte Geld eine immer größere Rolle. Da bei der RSG Koblenz der Sport für Menschen mit Behinderung stets wichtiger war als Siegen um jeden Preis, konnte (und wollte) man mit dieser Entwicklung nicht mithalten.

Aktuell findet zwar ein regelmäßiges Training, jedoch keine Teilnahme am Ligabetrieb statt.

Breitensport-Training

Basketball In der Breitensportgruppe wird Basketball weniger erfolgsorientiert gespielt. Die Freude am Spiel und an der Bewegung stehen hier im Vordergrund. Zudem hat es für jeden einzelnen Teilnehmer positive Effekte im Hinblick auf Gesundheit und Fittness. Die Regeln sind - besonders beim körperlichen Einsatz - etwas verändert, damit auch schwächere Spieler eine Chance zum Mitspielen haben. Auch für das Kennenlernen dieser attraktiven Sportart bietet sich das Training in der Breitensportgruppe an. Jeder der etwas für sich tun möchte oder Näheres zum Breitensport- training erfahren möchte ist zu den angegebenen Trainingszeiten recht herzlich eingeladen. Ob Sport in der Ligamannschaft oder als Ausgleichssport, alle verfolgen ein gemeinsames Hauptanliegen: Es ist der Wille und die Freude an der eigenen körperlichen Betätigung in der Gemeinschaft gleichgesinnter zur deutlichen Verbesserung der Lebensqualität.