Handbike

Handbiken für Rollstuhlfahrer ist eine relativ junge Sportart. Erst Mitte der neunziger Jahre wurden die ersten Handbikes entwickelt. Engagierte Rollstuhl-fahrer überlegten sich in Hinterhofgaragen, wie das Fahrradfahren auch für Rollstuhlfahrer möglich sei. Die Technik des Handbikes ist ebenso genial wie einfach: Vor den Rollstuhl wird ein Einrad gespannt, das mit Kettenschaltung und Handkurbeln betrieben wird. Zur Verbesserung der Fahreigenschaft werden die Vorderräder des Rollis beim Ankoppeln des Bikes an den Rollstuhl angehoben, sodass ein angenehmes und zügiges Fahren auf drei Rädern möglich wird. Von Beginn an haben sich die Handbikes stetig weiterentwickelt. Wie im Radsport machte sich der technische Fortschritt auch hier bemerkbar. Die Handbikes werden immer leichter und stabiler, die Kettenschaltungen immer raffinierter.

Zurzeit wird der Handbikesport bei der RSG Koblenz nicht professionell betrieben. Seit Ende der 90er Jahre treffen sich in der Regel fünf bis zehn Rollstuhlfahrer, um in lockerer Runde bei schönem Wetter an Rhein und Mosel Rad zu fahren. Seit einigen Jahren hat sich hier die Insel Niederwerth bei Vallendar als Hausstrecke der RSG-Biker etabliert. Ein asphaltierter  Rundweg von sechs Kilometer Länge bietet hier optimale Bedingungen fürs Biken und nette Beisammensein.

Ähnlich wie in anderen Sportarten kann das Handbiken auch als Leistungssport betrieben werden. In sogenannten Racingbikes werden in mehr oder weniger liegender Position Geschwindigkeiten erreicht, die weit über die 50 km/h gehen können. Bei Stadtmarathons, aber auch bei 100-Kilometer-Rennen, sind immer mehr Rollstuhlfahrer anzutreffen.

Einige Sportler der RSG Koblenz zeigen bereits Interesse für das professionelle Handbiken. Vielleicht wird ia auch mal ein Deutscher Meister aus der Abteilung Handbike bei der RSG Koblenz gekürt. Bis dahin werden die Handbiker weiter engagiert aber locker an der Kurbel drehen und sich auf jeden zusätzlichen Einsteiger freuen!