Tischtennis

Tischtennis im Rollstuhl wird schon seit Jahrzehnten von behinderten Menschen in aller Welt gespielt und ist aus dem Behindertensport nicht mehr weg zu denken. Rollstuhl-Tischtennis bedeutet, aktiv im Rahmen seiner Möglichkeiten Sport zu treiben. Gerade im Tischtennis gibt es viele Schwerst- und Mehrfach-behinderte, die viele der anderen Sportarten nicht ausüben können. Rollstuhl-Tischtennis erfordert viel Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Reaktionsvermögen und taktisches Verständnis. In keiner anderen Sportart ist die Integration Behinderter so weit fortgeschritten wie im Tischtennis. Viele Rollstuhlfahrer nehmen auch am normalen Spielbetrieb der Nichtbehinderten in den verschiedensten Ligen teil.

Aber nicht nur die Leistungsstärkeren haben Spaß dabei. Jeder kann Tischtennis spielen und immer und überall wird es Partner geben, die die gleiche Spielstärke haben. Und noch etwas spricht fürTischtennis: Man kann es auch noch im hohen Alter spielen auch wenn man erst spät damit begonnen hat. Unser ältestes aktives Mitglied ist 80 Jahre alt. Rollstuhl-Tischtennis macht auch keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Sowohl im Training als auch im harten Wettkampf in den einzelnen Ligen spielen Frauen gegen Männer um Sieg und Punkte. Nicht Stärke und Kraft sind in erster Linie gefragt, sondern Reaktion, Taktik und Geschicklichkeit. In Deutschland wird Rollstuhltischtennis seit Jahrzehnten sehr groß geschrieben und auch immer weiter gefördert und verbessert. Es gibt ein komplettes Ligasystem, angefangen von 1. und 2. Bundesliga über die Regionalligen bis zu Oberligen. Weil Mannschaften nur aus zwei Spielern bestehen, können sehr viele Vereine am Spielbetrieb teilnehmen und nicht nur die wenigen Groß-vereine. Gespielt wird dort nach dem Corbillion-System d.h. 4 Einzel und 1 Doppel. Die RSG Koblenz hat zur Zeit sieben Liga-Mannschaften. Sie stellt damit die meisten Mannschaften aller deutschen Vereine. In der 1. Bundesliga und in der 2. Bundesliga-Süd spielen jeweils zwei Mannschaften, und in der Regionalliga Mitte starten drei Mannschaften für die RSG Koblenz.

Aber nicht nur quantitativ ist die RSG Koblenz Spitze, sondern auch qualitativ. Immerhin wurde die 1. Mannschaft bereits 12 Mal Deutscher Mannschafts-meister. In den Ligaspielen gibt es keine "Leistungsklassen", die die unterschied-lichen körperlichen Beeinträchtigungen berücksichtigen. Es kommt nur auf die Spielstärke an. Anders ist das bei den Deutschen Meisterschaften, für die man sich auf regionaler Ebene qualifizieren muss und bei internationalen Turnieren. Dort gibt es fünf Schadensklassen von 1 - sehr starke Beeinträchtigung z. B. hohe Tetraplegie - bis 5 - volle Rumpfstabilität. Frauen und Männer spielen in getrennten Klassen. Von Koblenzer Sportlern wurden schon viele Deutsche Meistertitel im Einzel und Doppel gewonnen. Auch bei Europa-meisterschaften, Weltmeisterschaften und Paralympics wurden goldene, silberne und bronzene Medaillen errungen. Tischtennis im Rollstuhl wird bis auf wenige Ausnahmen nach den gleichen Regeln gespielt wie bei nicht behinderten Spielern. Die wichtigsten Ausnahmen: Der Aufschlag muss so gespielt werden, dass der Ball an der Stirnseite die Platte verlassen würde, wenn er nicht angenommen wird, darf also weder seitlich ausgehen noch mit Rückwärtsdrall gespielt werden. Der Spieler darf während des Ballwechsels mit den Füßen nicht den Boden berühren oder sich im Rollstuhl soweit aufrichten, dass er keinen Kontakt mehr zur Rollstuhlsitz-fläche hat. Ein Privileg gibt es aber doch, das unerfahrene Gegner des öfteren zur Verzweiflung bringt: Im Doppel darf - mit Ausnahme des Aufschlags - jeder Spieler den Ball annehmen. Es muss also nicht wie bei "Fußgängern" bei jeder Ballannahme gewechselt werden.

Tischtennis verlangt ein ständiges intensives Training. Darauf hat man sich bei der RSG Koblenz sehr gut eingestellt. Aktive und nichtaktive Spieler absolvieren gemeinsam ihr wöchentliches Trainingsprogramm mit speziell ausgebildeten Übungsleitern. Dabei kommen dem Verein die sehr guten Trainingsmöglich-keiten im Gesundheitszentrum Evang. Stift in Koblenz zu gute. Im extra einge-richteten Tischtennisraum stehen stets vier Tischtennisplatten zur Verfügung, so dass jeder ohne zusätzliche Vorbereitung sein Trainings- und Übungsprogramm bewältigen kann. Tischtennis-Anfänger werden unter Anleitung in die verschiedenen Schlagarten und Techniken eingewiesen. Auch beim Aussuchen und Ausprobieren des richtigen Schlägers gibt es Hilfestellungen und Ratschläge.